Die Auswanderung des Propheten (ﷺ) nach Al-MadinaThe emigration of the Prophet (ﷺ) to Al-Madinaباب هِجْرَةُ النَّبِيِّ صلى الله عليه وسلم وَأَصْحَابِهِ إِلَى الْمَدِينَةِ
(der Ehefrau des Propheten): Ich erinnere mich nicht daran, dass meine Eltern jemals eine andere Religion als die wahre Religion (d. h. den Islam) angenommen hätten, und ich erinnere mich an keinen einzigen Tag, an dem der Gesandte Allahs (ﷺ) uns nicht morgens und abends besuchte. Als die Muslime einer Prüfung ausgesetzt wurden (d. h. von den Götzendienern bedrängt wurden), machte sich Abū Bakr auf den Weg, um in das Land Äthiopien auszuwandern. Als er Bark al-Ghimād erreichte, traf ihn Ibn ad-Daghina, das Oberhaupt des Stammes Qāra, und sagte: „O Abū Bakr, wohin gehst du?“ Abū Bakr antwortete: „Meine Leute haben mich aus meinem Land vertrieben, deshalb möchte ich auf der Erde umherziehen und meinen Herrn anbeten.“ Ibn ad-Daghina sagte: „O Abū Bakr, ein Mann wie du sollte seine Heimat weder verlassen noch daraus vertrieben werden, denn du hilfst den Bedürftigen, sorgst für ihren Lebensunterhalt, pflegst die Verwandtschaftsbande, hilfst den Schwachen und Armen, bewirtest die Gäste großzügig und hilfst den von Unglück Betroffenen. Daher bin ich dein Schutzgeber. Kehre zurück und bete deinen Herrn in deiner Stadt an.“
So kehrte Abū Bakr zurück, und Ibn ad-Daghina begleitete ihn. Am Abend besuchte Ibn ad-Daghina die vornehmen Männer der Quraisch und sagte zu ihnen: „Ein Mann wie Abū Bakr sollte seine Heimat weder verlassen noch daraus vertrieben werden. Wollt ihr (d. h. die Quraisch) etwa einen Mann vertreiben, der den Bedürftigen hilft, für ihren Lebensunterhalt sorgt, die Verwandtschaftsbande pflegt, den Schwachen und Armen hilft, die Gäste großzügig bewirtet und den von Unglück Betroffenen hilft?“ Die Leute der Quraisch konnten Ibn ad-Daghinas Schutz daher nicht zurückweisen und sagten zu Ibn ad-Daghina: „Lass Abū Bakr seinen Herrn in seinem Haus anbeten. Er kann dort beten und rezitieren, was er will, aber er soll uns damit nicht belästigen und es nicht öffentlich tun, denn wir fürchten, dass er unsere Frauen und Kinder beeinflussen könnte.“ Ibn ad-Daghina teilte Abū Bakr dies mit. Abū Bakr blieb in diesem Zustand und betete seinen Herrn in seinem Haus an. Er betete nicht öffentlich und rezitierte den Qurʾān nicht außerhalb seines Hauses.
Dann kam Abū Bakr der Gedanke, vor seinem Haus eine Moschee zu errichten, und dort pflegte er zu beten und den Qurʾān zu rezitieren. Die Frauen und Kinder der Götzendiener begannen, sich in großer Zahl um ihn zu versammeln. Sie pflegten sich über ihn zu wundern und ihn anzusehen. Abū Bakr war ein Mann, der sehr viel weinte, und er konnte beim Rezitieren des Qurʾān das Weinen nicht zurückhalten. Diese Situation erschreckte die vornehmen Männer der Götzendiener der Quraisch, weshalb sie nach Ibn ad-Daghina schicken ließen. Als er zu ihnen kam, sagten sie: „Wir haben deinen Schutz für Abū Bakr unter der Bedingung akzeptiert, dass er seinen Herrn in seinem Haus anbetet. Doch er hat die Bedingungen verletzt und vor seinem Haus eine Moschee errichtet, in der er öffentlich betet und den Qurʾān rezitiert. Nun fürchten wir, dass er unsere Frauen und Kinder ungünstig beeinflussen könnte. Verhindere ihn daran. Wenn er die Anbetung seines Herrn auf sein Haus beschränken möchte, so kann er dies tun. Wenn er jedoch darauf besteht, es öffentlich zu tun, dann fordere ihn auf, dich von deiner Verpflichtung zu entbinden, ihn zu schützen. Denn wir möchten unseren Vertrag mit dir nicht brechen, verwehren Abū Bakr jedoch das Recht, seine Handlung öffentlich bekannt zu machen.“
Ibn ad-Daghina ging zu Abū Bakr und sagte: „O Abū Bakr, du weißt genau, welchen Vertrag ich deinetwegen geschlossen habe. Nun musst du dich entweder daran halten oder mich von meiner Verpflichtung entbinden, dich zu schützen, denn ich möchte nicht, dass die Araber hören, mein Volk habe einen Vertrag entehrt, den ich zugunsten eines anderen Mannes geschlossen habe.“ Abū Bakr antwortete: „Ich entbinde dich von deinem Schutzvertrag für mich und bin mit dem Schutz Allahs zufrieden.“
Zu jener Zeit befand sich der Prophet (ﷺ) in Mekka. Er sagte zu den Muslimen: „Mir wurde in einem Traum euer Auswanderungsort gezeigt: ein Land mit Dattelpalmen zwischen zwei Bergen, den beiden steinigen Flächen.“ So wanderten einige Menschen nach Medina aus, und die meisten von denen, die zuvor in das Land Äthiopien ausgewandert waren, kehrten nach Medina zurück. Auch Abū Bakr bereitete sich darauf vor, nach Medina aufzubrechen, doch der Gesandte Allahs (ﷺ) sagte zu ihm: „Warte noch eine Weile, denn ich hoffe, dass auch mir die Erlaubnis zur Auswanderung gegeben wird.“ Abū Bakr sagte: „Erwartest du das wirklich? Möge mein Vater für dich geopfert werden!“ Der Prophet (ﷺ) sagte: „Ja.“ Deshalb wanderte Abū Bakr nicht aus, sondern blieb wegen des Gesandten Allahs (ﷺ), um ihn zu begleiten. Vier Monate lang fütterte er zwei Kamelstuten, die er besaß, mit den Blättern des Samurbaums, die herunterfielen, wenn man mit einem Stock darauf schlug.
Eines Tages, als wir uns mittags im Haus Abū Bakrs befanden, sagte jemand zu Abū Bakr: „Da ist der Gesandte Allahs (ﷺ), mit bedecktem Kopf, und er kommt zu einer Zeit, zu der er uns sonst nie besuchte.“ Abū Bakr sagte: „Mögen meine Eltern für ihn geopfert werden. Bei Allah, er ist zu dieser Stunde nur wegen einer wichtigen Angelegenheit gekommen.“ Der Gesandte Allahs (ﷺ) kam, bat um Erlaubnis einzutreten, und diese wurde ihm erteilt. Als er eingetreten war, sagte er zu Abū Bakr: „Fordere alle, die bei dir sind, auf, hinauszugehen.“ Abū Bakr antwortete: „Hier ist niemand außer deiner Familie. Möge mein Vater für dich geopfert werden, o Gesandter Allahs!“ Der Prophet (ﷺ) sagte: „Mir ist die Erlaubnis zur Auswanderung gegeben worden.“ Abū Bakr sagte: „Darf ich dich begleiten? Möge mein Vater für dich geopfert werden, o Gesandter Allahs!“ Der Gesandte Allahs (ﷺ) sagte: „Ja.“ Abū Bakr sagte: „O Gesandter Allahs, möge mein Vater für dich geopfert werden, nimm eine dieser beiden Kamelstuten von mir.“ Der Gesandte Allahs (ﷺ) antwortete: „Gegen Bezahlung.“
So bereiteten wir schnell das Gepäck vor und legten etwas Reiseproviant in einen Ledersack. Asmāʾ, die Tochter Abū Bakrs, schnitt ein Stück von ihrem Gürtel ab und band damit die Öffnung des Ledersacks zu. Aus diesem Grund wurde sie Dhāt an-Nitāqain genannt (d. h. die Besitzerin der beiden Gürtel).
Dann erreichten der Gesandte Allahs (ﷺ) und Abū Bakr eine Höhle auf dem Berg Thaur und blieben dort drei Nächte. ʿAbdullāh ibn Abī Bakr, ein kluger und scharfsinniger junger Mann, pflegte jede Nacht bei ihnen zu bleiben. Vor Tagesanbruch verließ er sie, sodass er am Morgen bei den Quraisch sein konnte, als hätte er die Nacht in Mekka verbracht. Er prägte sich jeden gegen sie geschmiedeten Plan ein, und wenn es dunkel wurde, ging er zu ihnen und informierte sie darüber. ʿĀmir ibn Fuhaira, der freigelassene Sklave Abū Bakrs, pflegte kurz nach Einbruch der Nacht die Milchschafe seines Herrn Abū Bakr zu ihnen zu bringen, damit sie dort zur Ruhe kamen. So hatten sie nachts stets frische Milch: die Milch ihrer Schafe und die Milch, die sie erwärmten, indem sie erhitzte Steine hineinlegten. ʿĀmir ibn Fuhaira trieb die Herde wieder fort, solange es noch dunkel war, vor Tagesanbruch. Dies tat er in jeder dieser drei Nächte.
Der Gesandte Allahs (ﷺ) und Abū Bakr hatten einen Mann aus dem Stamm Banū ad-Dail, aus der Familie Banū ʿAbd ibn ʿAdī, als kundigen Führer angeworben. Er stand im Bündnis mit der Familie al-ʿĀs ibn Wāʾil as-Sahmī und folgte der Religion der ungläubigen Quraisch. Der Prophet (ﷺ) und Abū Bakr vertrauten ihm, übergaben ihm ihre beiden Kamelstuten und ließen sich von ihm versprechen, dass er ihre beiden Kamelstuten am Morgen nach drei Nächten zur Höhle auf dem Berg Thaur bringen würde. Als sie aufbrachen, gingen ʿĀmir ibn Fuhaira und der Führer mit ihnen, und der Führer führte sie entlang der Meeresküste.
(the wife of the Prophet) I never remembered my parents believing in any religion other than the true religion (i.e. Islam), and (I don't remember) a single day passing without our being visited by Allah's Messenger (ﷺ) in the morning and in the evening. When the Muslims were put to test (i.e. troubled by the pagans), Abu Bakr set out migrating to the land of Ethiopia, and when he reached Bark-al-Ghimad, Ibn Ad-Daghina, the chief of the tribe of Qara, met him and said, "O Abu Bakr! Where are you going?" Abu Bakr replied, "My people have turned me out (of my country), so I want to wander on the earth and worship my Lord." Ibn Ad-Daghina said, "O Abu Bakr! A man like you should not leave his home-land, nor should he be driven out, because you help the destitute, earn their livings, and you keep good relations with your Kith and kin, help the weak and poor, entertain guests generously, and help the calamity-stricken persons. Therefore I am your protector. Go back and worship your Lord in your town."
So Abu Bakr returned and Ibn Ad-Daghina accompanied him. In the evening Ibn Ad-Daghina visited the nobles of Quraish and said to them. "A man like Abu Bakr should not leave his homeland, nor should he be driven out. Do you (i.e. Quraish) drive out a man who helps the destitute, earns their living, keeps good relations with his Kith and kin, helps the weak and poor, entertains guests generously and helps the calamity-stricken persons?" So the people of Quraish could not refuse Ibn Ad-Daghina's protection, and they said to Ibn Ad-Daghina, "Let Abu Bakr worship his Lord in his house. He can pray and recite there whatever he likes, but he should not hurt us with it, and should not do it publicly, because we are afraid that he may affect our women and children." Ibn Ad-Daghina told Abu Bakr of all that. Abu Bakr stayed in that state, worshipping his Lord in his house. He did not pray publicly, nor did he recite Quran outside his house.
Then a thought occurred to Abu Bakr to build a mosque in front of his house, and there he used to pray and recite the Quran. The women and children of the pagans began to gather around him in great number. They used to wonder at him and look at him. Abu Bakr was a man who used to weep too much, and he could not help weeping on reciting the Quran. That situation scared the nobles of the pagans of Quraish, so they sent for Ibn Ad-Daghina. When he came to them, they said, "We accepted your protection of Abu Bakr on condition that he should worship his Lord in his house, but he has violated the conditions and he has built a mosque in front of his house where he prays and recites the Quran publicly. We are now afraid that he may affect our women and children unfavorably. So, prevent him from that. If he likes to confine the worship of his Lord to his house, he may do so, but if he insists on doing that openly, ask him to release you from your obligation to protect him, for we dislike to break our pact with you, but we deny Abu Bakr the right to announce his act publicly." Ibn Ad-Daghina went to Abu- Bakr and said, ("O Abu Bakr!) You know well what contract I have made on your behalf; now, you are either to abide by it, or else release me from my obligation of protecting you, because I do not want the 'Arabs hear that my people have dishonored a contract I have made on behalf of another man." Abu Bakr replied, "I release you from your pact to protect me, and am pleased with the protection from Allah."
At that time the Prophet (ﷺ) was in Mecca, and he said to the Muslims, "In a dream I have been shown your migration place, a land of date palm trees, between two mountains, the two stony tracts." So, some people migrated to Medina, and most of those people who had previously migrated to the land of Ethiopia, returned to Medina. Abu Bakr also prepared to leave for Medina, but Allah's Messenger (ﷺ) said to him, "Wait for a while, because I hope that I will be allowed to migrate also." Abu Bakr said, "Do you indeed expect this? Let my father be sacrificed for you!" The Prophet (ﷺ) said, "Yes." So Abu Bakr did not migrate for the sake of Allah's Messenger (ﷺ) in order to accompany him. He fed two she-camels he possessed with the leaves of As-Samur tree that fell on being struck by a stick for four months.
One day, while we were sitting in Abu Bakr's house at noon, someone said to Abu Bakr, "This is Allah's Messenger (ﷺ) with his head covered coming at a time at which he never used to visit us before." Abu Bakr said, "May my parents be sacrificed for him. By Allah, he has not come at this hour except for a great necessity." So Allah's Messenger (ﷺ) came and asked permission to enter, and he was allowed to enter. When he entered, he said to Abu Bakr. "Tell everyone who is present with you to go away." Abu Bakr replied, "There are none but your family. May my father be sacrificed for you, O Allah's Messenger!" The Prophet (ﷺ) said, "i have been given permission to migrate." Abu Bakr said, "Shall I accompany you? May my father be sacrificed for you, O Allah's Messenger!" Allah's Messenger (ﷺ) said, "Yes." Abu Bakr said, "O Allah's Messenger! May my father be sacrificed for you, take one of these two she-camels of mine." Allah's Messenger (ﷺ) replied, "(I will accept it) with payment." So we prepared the baggage quickly and put some journey food in a leather bag for them. Asma, Abu Bakr's daughter, cut a piece from her waist belt and tied the mouth of the leather bag with it, and for that reason she was named Dhat-un-Nitaqain (i.e. the owner of two belts).
Then Allah's Messenger (ﷺ) and Abu Bakr reached a cave on the mountain of Thaur and stayed there for three nights. 'Abdullah bin Abi Bakr who was intelligent and a sagacious youth, used to stay (with them) aver night. He used to leave them before day break so that in the morning he would be with Quraish as if he had spent the night in Mecca. He would keep in mind any plot made against them, and when it became dark he would (go and) inform them of it. 'Amir bin Fuhaira, the freed slave of Abu Bakr, used to bring the milch sheep (of his master, Abu Bakr) to them a little while after nightfall in order to rest the sheep there. So they always had fresh milk at night, the milk of their sheep, and the milk which they warmed by throwing heated stones in it. 'Amir bin Fuhaira would then call the herd away when it was still dark (before daybreak). He did the same in each of those three nights. Allah's Messenger (ﷺ) and Abu Bakr had hired a man from the tribe of Bani Ad-Dail from the family of Bani Abd bin Adi as an expert guide, and he was in alliance with the family of Al-'As bin Wail As-Sahmi and he was on the religion of the infidels of Quraish. The Prophet (ﷺ) and Abu Bakr trusted him and gave him their two she-camels and took his promise to bring their two she camels to the cave of the mountain of Thaur in the morning after three nights later. And (when they set out), 'Amir bin Fuhaira and the guide went along with them and the guide led them along the sea-shore.
Sahih (Sunnah.com)